RedRum

Teaser

Ein Musiktheater von gamut inc nach dem Theaterstück "Röda Rummet" von August Strindberg

Synopsis

Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich, soll Mark Twain gesagt haben.
Zur Zeit haben diese Reime einen harten Klang und erinnern daran, dass Zivilisation auf einem Untergrund von Gewalt gebaut ist. Sie ist nur eine dünne Schicht von Normalität, unter der diese Gewalt verdeckt ist und sich immer wieder Bahn bricht.

In REDRUM entwickeln wir gemeinsam mit der US-amerikanischen Librettistin Leslie Dunton-Downer ein Musiktheater, das sich vielschichtig mit der Brüchigkeit der scheinbar verlässlichen gesellschaftlichen Übereinkünfte beschäftigt. In verschiedenen Räumen des Theaters im ehemaligen Stummfilmkino Delphi werden die Zuschauer in ein Panoptikum von Bildreferenzen verwickelt, in denen verschiedene Zeitebenen und Realitäten zu einem poetischen Resonanzraum verdichtet werden.

Als Ausgangsmaterial dienen dabei unter anderem Motive und Figuren aus August Strindbergs sozial-kritischem Roman „Das Rote Zimmer“. Der Roman ist eine bittere Satire auf das Leben der Boheme im Stockholm des 19. Jahrhunderts, sowie den gerade entstehenden Aktien- und Kunstmarkt. Obwohl der Roman von 1879 stammt, wirken seine Charaktere und seine Medien- und Wirtschaftskritik teils erstaunlich aktuell: instabile Aktienmärkte, Vetternwirtschaft und paralelle Lebenswirklichkeiten- und Entwürfe, die aufeinanderprallen.

Die beiden SchauspielerInnen Cian McConn und Maike Schmidt nehmen in REDRUM verschiedene Charaktere an, werden zu Zwillingen, tauschen gar Identitäten in sich wiederholenden Sequenzen eines mehrdeutigen Narrativs. Johnny is home. Das elektro-akustische Ensemble gestaltet diesen Abend musikalisch mit tiefen elektronischen Klängen aus dem Untergrund, fragilen harmonischen Strukturen des Cello-Quartetts „the octopus“ und labilen rhythmischen Figuren von Schlagwerk, Saiteninstrumenten, E-Gitarre und Posaune.

Nach Hegel und Marx wiederholt sich Geschichte übrigens eben doch – das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce. Forever and ever and ever – REDRUM spinnt aus diesen Wiederholungen einen Irrgarten des Unheimlichen – eine Meditation über das Gewicht der Geschichte auf die Gegenwart.

Wir bieten diesen Film in zwei Schnittfassungen an. Die erste Fassung in einer Länge von 65:04 mins zeichnet sich durch längere Einstellungen und häufige Totalen aus, die zweite etwas längere Fassung von 69.48 mins bevorzugt nähere Einstellungen und schnellere Schnitte.

Besetzung / Cast:
Konzept, Komposition, Bühne, Projektionen:
Marion Wörle und Maciej Sledziecki (gamut inc)
Libretto: Leslie Dunton Downer
Beratung Regie: Thomas Fiedler
Schauspieler: Cian McConn
Schauspielerin: Maike Schmidt
Perkussion & Glühlampen: Michael Vorfeld
Posaune: Hilary Jeffery
E-Gitarre: Maciej Sledziecki
Elektronik: Marion Wörle
the octopus cello quartett
Cello: Elisabeth Coudoux
Cello: Nora Krahl
Cello: Nathan Bontrager
Cello: Hugues Vincent
Klangregie: Robert Nacken

weitere Rollen:
Zwillinge: Fernanda Parente und Brina Stinehelfer
Bartender: Adrian Brun
Erwin Palkowski: Piotr Mordel

Präambel/Ausstellung:
Michael Vorfeld und gamut inc

Kostüme: Cian McConn
Licht Berlin: Reinhard Hubert
Licht Köln:Johannes Kordes
Technische Leitung: Florian Mönks
Presse/Berlin: Sarah Rosenau
Presse/Köln: Vera Firmbach
Fotos: Christoph Voy
Grafik Design/Collagen: Marion Wörle
Dokumentation: inpetto filmproduktion/Uli Aumüller
Researcher: Sophia Stern
Produktion: satelita Musikverlag

Cast & Crew

Regie
Uli Aumüller
Drehbuch
Leslie Duntonx Downer
Schnitt
Sebastian Rausch
Musik
Marion Wörle, Maciej Sledziecki