Der euro-arabisch-zentral-asiatische Sonderweg

Bei einem Theaterfestival 1989 in Landshut / Niederbayern lernte ich den Regisseur Mark Weil kennen, der mit seiner Theatertruppe des Ilkhom-Theaters aus dem fernen Tashkent zum ersten Mal in den "Westen" reisen durfte. Obwohl ich nur 10 Worte Russisch kannte, und sein Englisch-Wortschatz nicht über 50 Wörter hinaus ging, verstanden wir uns sofort - und es begann eine Freundschaft, die ein abruptes Ende fand, als er 2007 Opfer eines Anschlages wurde, da er in den Augen von Fanatikern in einer Theaterproduktion den Propheten beleidigt hatte.
Es dauerte bis ins Jahr 1994, bis ich ihn das erste Mal in Tashkent besuchen konnte - nicht nur sein Theater, sondern vor allem auch die verschiedenen Musikinstitutionen in Usbekistan, die Akademie, die Oper, das Symphonieorchester, die Filmstudios und und und ... am Ende hatte ich über 75 Stunden Aufnahmen gemacht, und trotz Dolmetscher immer nur die Hälfte verstanden. Drei Jahre nach dem Fall des eisernen Vorhangs wurde ich überall mit offenen Armen empfangen ... das usbekische kulturelle Leben, das zuvor ein sowjetisches gewesen war, versuchte sich neu zu orientieren zwischen eigener Tradition, den russischen Vorbildern und den Einflüssen aus dem Westen respektive Indien, Persien und China.
In diesen drei Sendungen für den Deutschlandfunk stelle ich eine Auswahl aus allen möglichen musikalischen Genres, die ich damals aufnehmen durfte ... die meisten Aufnahmen entstanden eigens für mein Mikrophon.

Manuskript zu den Sendungen

Fassung für das Deuschlandradio Berlin Teil 01: 54:30 / Teil 02: 60:35 / Teil 03: 56:45
Fassung für den Mitteldeutschen Rundfunk: 90:05

Cast & Crew

Regie
Uli Aumüller
Erster Aufnahmeleiter
Holger Beythien
Redakteur/in
Carolin Naujocks
sonstige
Alexander Rogatschov (Übersetzer)