Mein Kino für die Ohren 60:00 min

Francis Dhomont, franko-kanadischer Komponist, erhält den Auftrag, Vivaldi´s Frühlingskonzert neu zu komponieren.

Kritiken
Exposé

Im Mittelpunkt dieses inszenierten Dokumentarfilms steht die Arbeit des franko-kanadischen Komponisten Francis Dhomont, Schüler des legendären Begründers der musique concrète, Pierre Schaeffer. Der Film handelt also davon, wie man mit Geräuschen, Mikrophon, Tonband und Computer Musik machen kann. Francis Dhomont hat für diesen Film den Auftrag bekommen, an Hand des Gedichtes von Antonio Vivaldi zu dessen Komposition „Der Frühling“ – einen neuen, einen anderen Frühling zu komponieren, mit den Geräuschen, die Vivaldi benannt hat: u.a. Vögelgesänge, Bachplätschern, Windrauschen, Donnergrollen – und Hundebellen.

Dhomont nimmt diese Geräusche auf (Drehort ist Kanada), Passagen, die manche Filme von Tati zitieren, und verarbeitet sie in seinem Studio weiter, verfremdet sie, kombiniert sie neu... er reflektiert darüber, daß das Komponieren von musique conrète der Arbeit des Filmregisseurs sehr ähnlich ist. Das Zurückspulen, das Wieder-neu-Ansetzen, das Schneiden, Mischen und Verändern – die nachträgliche Berarbeitung der Geschwindigkeit, der Farben, der Tonwerte. Schon Debussy hatte von der Kreation von Bildern gesprochen.

Darüber hinaus setzt in dem Film ein weiteres Spiel ein: Sich mit dem Mikrophon einen Geräusch mikroskopisch zu nähern, verändert die Form seiner Wahrnehmung. Das Geräusch wird abstrakter, und damit eigentlich musikalischer. Genauso im Bild. Je näher die Kamera an ein Objekt herankommt, desto abstrakter wird es: Nicht mehr ein gegenständliches Bild, sondern eine Komposition von Farben, Flächen, Strukturen, d.h. Texturen.

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Frankreich