Leerfülm 35:00 min

Heidn aus dea Sicht dea Kamerasläute: Ein Einblick in nicht verwendetes Material. Oder: Warum ist die Arbeit am Schnittplatz nicht immer lustig?

Wie bei all den anderen Orchesteraufzeichnungen auch, die unsere Firma inpetto filmproduktion realisiert, hatte auch diese Aufzeichnung des Cellokonzert von Joseph Haydn mit der berühmten Cellistin Sol Gabetta einen Regisseur, der lange vor der Aufzeichnung sich ausführlich Gedanken machte, wann welche von den 5 Kameras in welcher Einstellung, Einstellungsgröße, Bewegung, etc. welches Instrument oder Instrumentengruppe aufnehmen soll. Abgesehen davon aber bekommen die Kameraleute von uns die Anweisung, auch wenn sie nicht im "ON" sind, so zu drehen, als wären sie die einzige Kamera vor Ort. Heißt eigentlich: Langsame Bewegungen, durchgängige Schärfe, Sensibilität für den Rhyhtmus der Musik, ihrer Struktur, ihren Höhepunkten. Dass man ohne vorherige Kenntnis der Musik (obwohl wir diese von einer CD natürlich zur Verfügung hätten stellen können) etwas improvisieren muss, wenn man als Kameramann die Anweisung hat, eigentlich die einzige Kamera zu sein, ist vollkommen nachvollziehbar. Für uns nicht nachvollziehbar aber waren die Ergebnisse, die sich uns zeigten, als wir etwas links und rechts von dem durch den Regisseur festgelegten Pfaden nach Alternativen suchten (wenn zum Beispiel eben das Bild, das er eigentlich vorgesehen hatte, unscharf war oder verwackelt oder sonst mißraten - dann denkt man ja: es gibt abgesehen von dem einen noch 4 andere Kameras, da müsste doch etwas dabei sein!). Wir suchten und suchten - und fanden vor allem das, was wir in diesem als Leerfülm gedachten Zusammenschnitt vereint haben. Wir hoffen, dass dieser Film vor allem bei Kameraleuten die Runde macht - als Beispiel, wie sich Regisseure und Produzenten die Befolgung ihrer Regievorgaben nicht vorstellen - und warum es von Nutzen sein könnte auch beim Drehen nicht nur die Augen, sondern auch die Ohren zu verwenden.