Gilles Gobeil: Entre les deux rives du printemps 18:00 min

Die Musik von Gilles Gobeil komponiert nach dem Bild einer urwaldhaften Flußlandschaft (von Sebastian Rausch und Uli Aumüller)

booklet
Artikel Positionen 2012
Kritik NMZ 2013

Dieser Film ist eine visuelle Interpretation von Gilles Gobeils Entre les deux rives du printemps (Zwischen den zwei Ufern des Frühlings), einer elektroakustischen Komposition, die von den verschiedenen Sphären des Paradieses inspiriert wurde, wie sie Dante in seiner Göttlichen Komödie beschreibt. Was man sieht, ist eine lange Kamerafahrt, zunächst entlang einer Uferseite eines Flüsschens, dann über das Wasser und schließlich entlang der anderen Uferseite zurück. Auch hier handelt es sich um eine Bewegung von totaleren Bildern zu Beginn hin zu mikrokosmischen Aufnahmen gegen Ende. Was der Komponist an seiner Musik als »Gedicht der Geschwindigkeit, der Energie, des reinen Lichtes, aber eingefärbt von einigen Reminiszenzen irdischer Irrungen« beschreibt, findet seine Äquivalenz in einer Folge lichtdurchfluteter Naturlandschaften, variantenreich und immer wieder neu und überraschend. Vielleicht genügt es ja, um einen kleinen Ausblick auf das Paradies zu erhaschen, einfach nur am Wegesrand ein klein wenig genauer hinzusehen – man muss wahrscheinlich gar nicht bis nach Brückentin fahren. Helmut Lachenmann erzählte mir von einem Spaziergang mit Luigi Nono, der irgendwann auf eine Baumrinde deutete und sagte: »Schau dir diese Baumrinde an. Wenn du die verstanden hast, hast du alles verstanden.«

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