Fazil Say - Alla Turca 42:00 min

Portrait des Starpianisten zwischen Orient und Okzident - Film von Gösta Courkamp

Fazil Say, Piano
Sertab Erener, Gesang
Bilkent Symphonie Orchester, Ankara

Das Ansehen und die internationale Reputation des Pianisten Fazil Say haben sich rasant entwickelt - er hat den Sprung vom Wunderkind zum international erfolgreichen Star geschafft und die französische Zeitung "Le Figaro" attestierte ihm: "Er ist nicht nur ein genialer Pianist, er wird zweifellos einer der großen Künstler des 21. Jahrhunderts sein".

Unglaubliche Kraft und absolute technische Perfektion zeichnen ihn aus. Say ist ein "Charakterkopf", wie er nur selten auf dem klassischen Markt zu finden ist und Begabung ist ihm im Übermaß geschenkt.

Die Türkei ist auf dem Weg nach Europa. Und in der anderen Richtung darf man Fazil Say als Botschafter für klassische Musik in der Türkei verstehen. Er bringt Bach und Beethoven nach Anatolien, er komponiert Musik, in der klassische Einflüsse, aber auch türkische Folklore und jazzige Elemente verschmelzen und: Er füllt mit seinen Konzerten und eigenen Kompositionen Säle und Arenen mit Tausenden von Zuschauern - ein Phänomen, das wiederum in Europa kaum noch in dieser Form vorstellbar ist.

Fazil Say hat uns in seine Heimat eingeladen und wir begleiten ihn eine Zeit - zu den Klängen von Bachs Fuge (Bach/Busoni "Fuge" BWV 543) über die Brücke des Bosporus in die berückende Kulisse des Esma Sultan Palais wo er Bachs "Chaconne in d-Moll" interpretiert.

Say gibt unter freiem Himmel ein Konzert für Freunde - Beethovens "Appassionata" (1. Satz) (und wird prompt vom schallenden Ruf des Muezzin unterbrochen) -, dann ist er wieder ganz privat und spielt zuhause mit einer Freundin, der im klassischen Gesang ausgebildeten Sertab Erener, der "Queen" der türkischen und internationalen Popmusik eine ganz eigene Version von Mozarts "Rondo alla turca".

Unser filmischer Weg, bei welchem stets Musik, Stadt- und Landschaftsaufnahmen korrespondierend ineinander fließen, führt uns nun aus der pulsierenden Metropole Istanbul zu den Klängen von Fazil Says Komposition "Black Earth" durch die traumhafte Landschaft Anatoliens nach Aspendos.
Hier wird schließlich im römischen Amphitheater in einer warmen Sommernacht vor Tausenden von Zuschauern aus allen Schichten der Bevölkerung Says Oratorium "Nazim" - eine Huldigung an den türkischen Dichter Nazim Hikmet aufgeführt.

Entstanden ist ein sehr persönlicher Film über den überaus sympathischen Pianisten und Komponisten Fazil Say, welcher sehr offen und fundiert zu den künstlerischen und privaten Herausforderungen seines Lebens Stellung bezieht.

Man kann sich Fazil Says Können und seiner kompromißlosen Begeisterung für die Musik nicht entziehen und erkennt, daß Orient und Okzident gut zueinander passen.

Kamera:
Günther Uttendorfer
Chris Rowe

Ton:
Jan Wichers

Schnitt:
Stefan Gagstetter

Übersetzung:
Ali Yildirim

Organisation Istanbul:
Ömür Kula
Hnade Versat

Tonmischung:
Uli Aumüller

Produktionsleitung:
Hanne Kaisik

Redaktion ZDF/arte:
Christopher Janssen